Oft gellte in früheren Jahren und Jahrhunderten der Ruf "Feurio"
durch die Straßen der alten Salzstadt am Südhange des Kyffhäusergebirges.
Das Feuerhorn, das seit etwa 1575 vom Hausmann auf dem sog. Hausmannsturm bei
Bränden geblasen wurde, kam oft in Gebrauch. Der Ausbruch eines Brandes
brachte bei der damaligen leichten Bauweise der Häuser die ganze Stadt
in Gefahr. Großzügige Steinbauten vermochten sich nur die begüterten
Schichten der Stadt leisten. Ihre Häuser gruppierten sich in erster Linie
um den Anger und in einigen anliegenden Straßen. Trotz den in diesen Gesellschaftsordnungen
bedingten Unzulänglichkeiten waren die vielen Brände deshalb oft auch
der Ausdruck der Struktur der Klassengesellschaft, vor allen des Feudalismus
und des beginnenden Kapitalismus. Nachrichten uns heute erhaltener Feuerordnungen
und Vorschriften für die Arbeit der Feuerwehr zeige die große Bedeutung
der Brand verhütenden Maßnahmen. Um diesen Umstand zu verbessern,
dachten Räte und Regierungen schon früh über eine Verbesserung
des Feuerlöschwesens nach. Es wundert nicht, daß Brandstifter damals
sogar zum Tode verurteilt wurden. Selbst der Mißbrauch des Feuerrufes
wurde bestraft. Jenseits von festgelegten Stadtzonen, die durch Säulen
markiert wurden, konnten Asche und Kehricht abgelagert werden. Das geschah außerhalb
der Stadt vor dem Frauentore, in der Nähe der heutigen Nordhäuser
Straße und südöstlich von Frankenhausen. Das Salzwerk mit seinen
Kochstellen und Brandstätten unterlag besonderen Vorsichtsmaßnahmen.
Die Aufstellung einer Bornrotte, die in drei Zügen eingeteilt war und bei
Gewittern und Bränden stets bereit sein mußte, erinnert frühzeitig
an die spätere Organisation und Funktion einer Pflichtfeuerwehr.
Viele ausführliche Nachrichten über die Brände liegen vor, doch
nichts findet sich über das Löschwesen. Der bekannte Stadtchronist
Oberamtsrichter Freiherr von Ketelhodt schreibt selbst:
" ..... so findet sich doch nichts darüber, mit welchen Löschgeräten
und in welcher Ordnung man Brände bekämpft habe, nichts von Spritze,
Feuerleitern, Wasserkübeln, auch nichts von einer Einteilung der Bürgerschaft
in jener älteren Zeit".
Erst in der Feuerordnung des 18. Jahrhunderts und im Register über die
Feuerordnung werden Handhabungen, Einsatz und Pflege von Feuerleitern, Feuerhaken,
Spritzen und Wasserkufen benannt. Auch über die Bedienung der Feuerausrüstungen
sind Verantwortlichkeit und Pflichten festgelegt. Dennoch verweisen Briefe und
Abrechnungen beim Rat der Stadt Frankenhausen, daß
Feuerlöschgerätschaften, Aufseher und Kommandierende über die
zugeordneten Mannschaften zu den einzelnen Löschgerätschaften und
Instruktionen einer Feuerordnung, schon früher benannt wurden. Das läßt
eine Verfügung vom 26. Dezember 1597 vermuten, wo dem Rat der Stadt ernstlich
befohlen wird:
" ... des Feuers halber richtig Anordnung zu machen, auch darüber,
daß dieselbige Euch und gemeiner Stadt zum besten in fleißiger Acht
gehalten würde". Vermutlich gab es um die Jahrhundertwende 16. Jahrhundert
zum 17. Jahrhundert schon gewisse Ordnungen und Gerätschaften im Feuerlöschwesen,
das soll folgendes aus dieser Zeit beweisen.
Im Jahre 1624 werden Hans Märcker, Lorenz Stolbergk und just Andreas Karnstedt zur Aufsicht über die Feuerhaken und Leitern bestellt, dafür von der Bürgerwache befreit und den Rottmeistern gleichgestellt (damals gab es an vier Orten verteilt in der Stadt 19 Leitern und 16 Feuerhaken).
Bei einem Brand in Seega am 12. Februar 1711
erwuchsen dem Rat der Stadt für Hilfeleistungen folgende Ausgaben:
2 Taler 12 Groschen für vier Pferde an der Spritze.
1 Taler für den Mann, der etliche Male nach Seega beordert wurde,
1 Taler für den Kommandanten der Spritze,
1 Taler dem Zimmermeister
16 Groschen bekam Meister Spangenberg, der Brot, Speck und Würste hinüber
geführt hatte,
12 Groschen der Fuhrmann für eine Fuhre mit Bier und Brot,
6 Taler 6 Groschen kostete ein Faß Bier,
15 Groschen 10 Pfennig für kleinere Ausgaben.
Solche Protokolle mit Angaben der Ausgaben durch
Brände machen deutlich, daß zu Beginn des 17. Jahrhunderts Löschgeräte
schon bekannt waren und Personen nach der Feuerordnung zum Einsatz kamen. Bei
unzureichenden Vorkehrungen weiteten sich die Brände aus und verursachten
großen Schaden. Die verzeichneten Brände in der Stadtgeschichte vom
15. Jahrhundert bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Frankenhausen
am 03. August 1892, weisen das nach Angaben von Ketelholdt aus. Da die bisherigen
Löschmethoden mit ledernen Eimern nur wenig Erfolg brachten, dachte man
über eine Verbesserung des Feuerschutzes nach. Zweckmäßig waren
die Feuerspritzen, die durch Muskelkraft betrieben und von Hand oder Pferd gezogen,
mittels eines Lederschlauches Wasser auf die Brandstelle spritzten. Dennoch
blieb auch noch der Ledereimer das Löschgerät. Deshalb war die Anzahl
der Lösch-geräte von Amts wegen streng vorgeschrieben und wurde auch
kontrolliert.
All diese Bestimmungen waren zum größten Teil aus der Notwendigkeit
heraus entstanden, umfassende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Als Ergänzung
darauf, möchten wir darauf aufmerksam machen, daß bereits im Jahr
1766 unser damaliger Landesherr Fürst Johann Friedrich von Schwarzburg
Rudolstadt eine Feuerordnung erließ, die uns nicht nur wertvolle Hinweise
auf die Organisation des Brand bzw. Feuerschutzes gibt, sondern auch auf Bauweise
und Gewerke bzw. Tätigkeiten die in den Orten unter der Bevölkerung
üblich waren. Diese Feuerordnung aus dem Jahre 1766 galt für zahlreiche
namentlich erwähnte Orte aus unserer näheren Umgebung.
Im Bereich des damaligen Amtes Frankenhausen so u.a. für die obere Pflegschaft
mit den Orten Günserode, Seega, Göllingen, Rottleben und Thalleben,
die untere Pflegschaft mit den Orten Seehausen, Ringleben, Esperstedt, und Udersleben,
während für Frankenhausen speziell die Altstadt bekannt ist. Die Orte
Ichstedt und Borxleben sind nicht in der unteren Pflegschaft genannt, da zu
dieser Zeit das Fürstlich Schwarzburgische Gericht zu Ichstedt und Borxleben
mit Sitz in Ichstedt die hoheitlichen Rechte wahrnahm.
Andere Feuerordnungen sind uns in den Stadtrechtsstatuten aus dem Jahr 1558
und dem Nachtrag zu der im Jahre 1766 herausgegebenen Feuerordnung für
die Stadt Frankenhausen aus dem Jahre 1828 bekannt. Der Blick in die Bestimmungen
dieser Schriften ist sehr interessant. Wir möchten deshalb einige Forderungen,
deren Einhaltung vom Bürgermeister und einem Eigens dazu tätigen Ausschuß
sehr streng überwacht wurde, anführen: Bei Bränden mußte
jeder Einwohner Hilfe leisten und mit seinem "Gezeige" an die Brandstelle
eilen. Unter dem "Gezeige" verstanden die Frankenhäuser die Feuerausrüstung,
also Handspritzen, Leitern, Feuereimer (aus Leder), Hacken, Kübel, Aexte,
Feuerhacken usw. Verschuldete ein Einwohner einen Brand, hatte er je nach Schaden
schwere Strafe zu erwarten. Ohne Geldstrafe ging es aber in keinem Falle ab.
Bei Licht durften die Frankenhäuser nicht
dreschen oder Futter schneiden. Holz, Stroh, Heu, Kohlen, Hanf, Flachs, Schwefel,
Butter usw. mußten an "verwahrsamten unbesorgten Oertern" beigelegt
werden. Zweimal im Jahr wurden von einem Ausschuß des Rates der Stadt
alle Feuerstätten überprüft. Die Brunnen mußten dauernd
in gutem Zustand gehalten werden. Ein Holz- oder ein Feuerarbeiter dürfen
nie in einem Haus gemeinsam wohnen und "zu gleicher Zeit ihre Profession
daselbst betreiben",
Eine nicht uninteressante Notiz des Nachtrages zur Feuerordnung des Jahres 1766,
steuert auch den Genuß von Alkohol bei Feuersbrünsten. Es heißt
hier: Es sollen während des Feuers, dergleichen Spirituosen entweder gar
nicht oder doch nur in geringen Quantitäten und unter gewisser Aufsicht
ausgeteilt werden, und wird derjenige, welcher während der Feuersbrunst
ohne Genehmigung des Feuerdirektors Branntwein usw. sei es für Geld oder
umsonst hergegeben hat, nachdrücklich bestraft werden. In einem weiteren
Nachtrag wurde bestimmt, daß Branntwein nur von Personen, die der Rat
ausgewählt hat, ausgeteilt werden darf.
Das "Statut der Stadt Frankenhausen die Feuerwehr betreffend", im
Jahre 1868 erschienen, verpflichtete jeden männlichen Einwohner im Alter
von 20 bis 50 Jahren auf der Grundlage des Artikels 136 der revidierten Gemeindeordnung
der Stadt, Feuerwehrdienste zu leisten und sich bei jeder Feuerwehrübung
einzufinden. Für unentschuldigtes Fehlen waren sogar Strafgelder vorgesehen.
Der oben zitierte Artikel 136 der revidierten Gemeindeordnung für das Fürstentum
Schwarzburg Rudolstadt aus dem Jahre 1858, ligimierte das Statut der Stadt.
Es heißt hier nämlich: "Persönliche Dienste für allgemeine
Gemeindezwecke sind von den Selbständigen Gemeindeangehörigen und
Schutzgenossen zu leisten".
Alle diese Bestimmungen und Vorkehrungen verhinderten den Ausbruch großer
Feuersbrünste nicht. Es gab deshalb eine ganze Reihe Bürger, die einen
Teil ihrer Habe veräußerten, um einen "Feuersegen" zu erwerben.
Die Vertreter der Schwarzen Kunst hatten lohnende Einnahmen und gaben den ängstlichen
Frankenhäusern für teures Geld sinnlose Sprüche, die angeblich
das Feuer verhüten sollten. Mit Hilfe kirchlicher Kreise oder auf der Grundlage
von Bibelstellen verdrehte man vollkommen die Realitäten. Man verdiente
an diesen Sprüchen.
Alle diese Erscheinungen, Gebete, Kunststücke, auch die Feuerverordnungen
konnten die vielen Brände nicht verhindern. So brachen allein von 1523
bis 1833, 47 größere Brände in Frankenhausen aus.
Die nachfolgende Broschüre soll Einblick in die Entstehung der Feuerwehr
in Frankenhausen bis zum heutigen Tag bringen. Die Feuerordnung, die Stadt Frankenhausen
betreffend, aus dem Jahr 1828, verpflichtete einen jeden Bürger, bei Feuersgefahr
am Brandplatz zu erscheinen. Auf Grund dieser Verordnung entstand die "Pflichtfeuerwehr"
in Frankenhausen. Mit dem Erscheinen des "Statut der Stadt Frankenhausen,
die Feuerwehr betreffend" aus dem Jahre 1868 durch die Stadt Frankenhausen,
mit Genehmigung des Fürstlich Schwarzburg- Rudolstädtischen Landratsamt,
wurde das Gesetz erneuert. Mit der Gesetzessammlung für die beiden Fürstentümer
Schwarzburg- Rudolstadt und Schwarzburg- Sondershausen aus dem Jahr 1883 wird
ein neues "Landesgesetz über das Feuerlöschwesen in den schwarzburgischen
Fürstentümern" erlassen. Dieses regelte u.a. neben den bereits
seit 1868 systematisch aufgebauten Pflichtfeuerwehren die Gründung von
freiwilligen Feuerwehren, wodurch sich Jahre später auch in Frankenhausen
eine Freiwillige Feuerwehr gründen konnte. Die Altstadt von Frankenhausen,
gründete schon am 13. Dezember 1868 eine Freiwillige Feuerwehr. Durch den
Gemeindevorstand der Altstadt wurden folgende Feuerwehrleute "verpflichtet":
Christian Rost // Friedrich Wallrodt junior
//August Strömel // Karl Barth //
Friedrich Bellstedt // Karl Vollmar
1868 legte der Gemeindevorstand der Altstadt, dem Landrat der Schwarzburgischen Unterherrschaft Frankenhausen ein Statutenentwurf vor, welches nicht mehr vorhanden ist.
Am 26. Oktober 1874 erließ der Gemeindevorstand der Altstadt Frankenhausen eine "Feuerwehr - Instruktion".
Zur Feuerwehr gehörten:
Johann Schweser als Führer
August Matthes als Stellvertreter
Albert Wallrodt
Ernst Schönberg
Anton Haake
August Wallrodt
Zur Feuerwache gehörten:
August Strömel als Führer
Wilhelm Strömel
Karl Barth
Friedrich Preuße
Karl Haake
Johann Söhle
Die Altstadt war jedoch bis zum 31. Dezember 1889 eigenständig und wurde
erst am 01. Januar 1890 in Frankenhausen eingemeindet.
Laut einem Bericht der Freiwilligen Feuerwehr Frankenhausen vom 07. Juli 1902
wurde der 03. August 1892 als Gründungstag betrachtet. Die ersten Übungen
fanden im alten Spittel statt, ein höchst wackliger Steigerturm, aus dem
verschiedene fragwürdige Insassen des Stiftes erst "herausgeärgert
werden mußten". Pflichtfeuerwehr sowie die Freiwillige Feuerwehr
in Bad Frankenhausen hatten bis zum 31. März 1933 Bestand, wobei die Freiwillige
Feuerwehr bei einem Brand dem Führer der Pflichtfeuerwehr unterstellt war.
Beide Feuerwehren waren im alten Gerätehaus am Markt untergebracht. Mit
Vertrag vom 01. April 1933 zwischen der Stadtverwaltung und der Freiwilligen
Feuerwehr (Vertrag liegt vor), verpflichtete sich die Freiwillige Feuerwehr,
den Feuerlöschdienst bei Bränden in der Stadt, die Hilfeleistung bei
sonstigen Notständen sowie die Nachbarschaftshilfe nach den gesetzlichen
Bestimmungen und Anweisungen des Ministeriums des Innern zu übernehmen.
Die Pflichtfeuerwehr in Bad Frankenhausen wurde per 31. März 1933 durch
die Stadtverwaltung aufgelöst.
Bereits vor einigen Jahren ging eine Anzahl jüngerer, strebsamer Bürger unserer Stadt mit dem Plan um, für den Dienst der öffentlichen Sicherheit einzutreten und sich zu einer Freiwilligen Feuerwehr zu organisieren. Umstände mancher Art stellten sich den Gründern in den Weg und die Angelegenheit ließ man auf sich beruhen. Jene Bürger hatten aber dieses einmal ins Auge gefaßte Ziel nicht fallen gelassen, sie wußten ihre Bekanntenkreise für diese Sache zu begeistern und es soweit zu bringen, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Der Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Frankenhausen ist der 03. August 1892. In der Harmoniestube des Rathauses (im 1. Stock, Nordwestecke) hatten sich ungefähr 20 hiesige Bürger (u.a. Tischlermeister Albert Crone, Lederhändler Hugo Meyer, Schneidermeister Berthold Fischer, Fahrradhändler Max Grützmacher) vereint, um die Freiwillige Feuerwehr aus der Taufe zu heben. Diese Männer waren ehrbare Meister und Handwerksgesellen, die sich nachfolgenden Leitgedanken ihrer Wehr verschrieben:
"Dem Menschen zum Nutze,
dem Feuer zum Trutze.
Gott zur Ehr`,
dem Nächsten zur Wehr".
Der Gedanke der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, deren Tätigkeit von der Stadtkasse bezahlt werden mußte, ging damals vom Zimmermeister Hildebert Sengelaub, des späteren 2. Bürgermeister unserer Stadt aus, der auf Staatswegen zur Teilnahme an einem Bezirks-brandmeisterkursus zur Berufsfeuerwehr nach Leipzig beordert worden war. Die dort erhaltenen Anregungen und Erfahrungen sollten in die Praxis umgewandelt werden und führten somit zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Nachstehend sei folgender Artikel aus dem Frankenhäuser Intelligenzblatt, Ausgabe 72, vom 10.09.1892 erwähnt: "Seit einiger Zeit hat sich in hiesiger Stadt eine Anzahl Bürger zusammen gefunden, welche sich die sehr anerkennenswerte Aufgabe gestellt haben, eine Freiwillige Feuerwehr, wie sie fast alle kleineren und größeren Städte besitzen, ins Leben zu rufen. Sie wurden auch darin vom Glück begünstigt, daß es ihnen gelang, die Annahme und Inaussichtstellung der möglichen Förderung ihrer Interessen bei den vorgesetzten Behörden zu erlangen; ferner war unser in Leipzig bei der großen Feuerwehr ausgebildete Zimmermeister Herr Sengelaub sofort bereit, die Ausbildung zu übernehmen und sind die Übungen seit einigen Wochen im Gange. Jeden denkenden Bürger muß es zur Freude und Genugtuung gereichen, wenn er sieht, mit welchen Eifer die Übungen betrieben werden und das sich Leute finden, die doch nur zum Wohle der Gesamtheit freiwillig ihre Zeit opfern, um bei ausbrechenden Unglück eine möglichst gut geschulte Truppe zur Verfügung stellen zu können. Denn wie bei so manchen Brande wird durch schnelles zielbewußtes Eingreifen, noch größeres Unglück verhütet. Es wäre daher zu wünschen, daß sich möglichst recht viele dieser nicht genug zu lobenden Einrichtung anschließen mögen, denn welch schönes Gefühl ist es sich nach einem Unglück sagen zu können: Du hilfst deinen Nächsten aus freiem Willen, nach besten Wissen und nicht weil Du deine Hilfe bezahlt bekommst und mußt".
Am 16. September fand die erste Übung der
Freiwilligen Feuerwehr statt. Die Übungen der Mannschaften, die nicht nur
in einem Spezialfach, z.B. als Steiger, sondern in allen zum Feuerlöschdienst
gehörenden Fächern ausgebildet waren und mit den von seitens der Stadt
in zuvorkommenden Weise zur Verfügung gestellten Feuerlöschgeräten
hantierten, gingen flott von statten; selbst der inzwischen eingetretene Regen
vermochte nicht störend einzuwirken. Am Schluß der ¾ stündigen
Übung gab Herr Landrat Klipsch sein Urteil über die Vorstellung ab:
"Es sei erfreulich, daß sich in unserer Stadt Männer gefunden
hätten, die sich zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr so warm
angenommen haben, daß sie mit Eifer und Hingabe sich der nützlichen
Sache gewidmet hätten, davon habe die heutige Probe das beste Zeugnis abgelegt.
Er könne sich über die Leistungen in Anbetracht der kurzen Zeit und
wenigen Übungen nur befriedigend aussprechen". Indem Herr Landrat
Klipsch sich noch über das Bestreben der Gründer, für die Sicherheit
der Stadt zu wirken und sich in deren Dienst zu stellen, lobend ausgesprochen,
ermahnte er zu weiteren rüstigen Schaffen auf der betretenden Bahn und
gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich noch viele Bürger, namentlich
auch aus den besser situierten Ständen, diesem zum Segen der Stadt gereichen
mögenden Institute anschließen möchten.
Am 20. September fand eine außerordentliche Stadtratssitzung statt. Als
erster Tagungs-ordnungspunkt kommt ein Antrag des Zimmermeister Sengelaub -
betreffend die Ausrüstung der hier ins Leben getretenen Freiwilligen Feuerwehr
- zur Verhandlung. Der Herr Vorsitzende teilt hierbei mit, daß dieselbe
seit einiger Zeit geübt und dabei ganz gute Erfolge erzielt habe. Der Stadtrat
erkennt die Zweckmäßigkeit einer derartigen Einrichtung an und bewilligt
nach einigen Klarstellungen die Anschaffung der zunächst nötigen Gegenstände.
Zugleich wurde auch beschlossen, bei hoher fürstlicher Regierung einen
Antrag auf Beihilfe zu dieser Ausrüstung, aus der zu diesem Zwecke bestehenden
Kasse, zu stellen.
Die erste Generalversammlung fand am 23. September
im Ratskeller statt. Der aus 8 Personen bestehende Vorstand hatte sich bereits
in einer früheren Versammlung gebildet. Namentlich genannt wurden in der
Frankenhäuser Zeitung, Ausgabe 112, vom 27.09.1892 nur 7 Personen. Der
Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
Knopffabrikant Theodor Hoffmann
Vorsitzender
Zimmermeister Hildebert Sengelaub
Führer
Malermeister Dünisch
Schriftführer
Drechslermeister Heidmüller
Stellv. Schriftführer
Klempnermeister Hugo Böttcher
Kassierer
Schlossermeister Banse
Zeugverwalter
Drechslermeister H. Hinsching
Stellvertretender Zeugverwalter
Die mit einleitenden Worten des Vorsitzenden
eröffnete Versammlung, begann mit dem 1. Punkt der Tagesordnung: Beratung
und Festsetzung der Statuten. Dieselben wurden durch den Korps-führer paragraphenweise
zur Verlesung gebracht und zur Diskussion gestellt. Aus den Statuten wurde hervor
gehoben, daß die Freiwillige Feuerwehr aus aktiven und passiven Mitgliedern
besteht und es sich vorbehält, Personen, welche sich um den Verein verdient
gemacht haben, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Die passiven Mitglieder (Personen
welche Interesse für die Bestrebungen der Feuerwehr bekunden, durch Umstände
aber verhindert sind, dem Korps ihre Kräfte zur Verfügung zu stellen),
haben mit Ausschluß der technischen Fragen, in allen Angelegenheiten beratende
Stimme; die aktiven in allen Fragen. Die technischen Leiter werden nur von den
aktiven Mitgliedern und auf 3 Jahre gewählt, der übrige Vorstand von
den gesamten Mitgliedern auf 1 Jahr. Jedes in die Freiwillige Feuerwehr eintretende
Mitglied verpflichtet sich, durch Unterschrift, zu dreijähriger Mitgliedschaft.
Der monatliche Beitrag ist für aktive und passive Mitglieder auf 25 Pfennige
festgesetzt. Desweiteren regelt das Statut die Funktionen der einzelnen Vorstandsmitglieder,
gibt Instruktionen für diese sowohl als für die Mitglieder und setzt
Strafen über absichtlich bzw. unentschuldigt Fehlende fest. Die Statuten
wurden schließlich, den Wünschen und der Zweckmäßigkeit
der Mehrzahl der Anwesenden entsprechend angenommen und sollen in dieser Fassung
dem Stadtrat bzw. fürstlichen Landratsamt zur Begutachtung bzw. Genehmigung
unterbreitet werden. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde über die
anzuschaffenden Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände beraten und
probeweise vorliegende Gegenstände einer Musterung unterzogen. Die Ausrüstung
selbst, wird derjenigen der hiesigen Pflichtfeuerwehr angepasst werden. Schließlich
fand noch der zweite Punkt "Aufnahme neuer Mitglieder" seine Erledigung.
Mit dem Wunsch, daß der gute Geist, der die Mitglieder zu diesem Schritt
veranlaßt hat, auch ferner im Feuerwehrkorps fortleben und stets strenge
Disziplin und Manneszucht geübt werden möge, schloß der Vorsitzende
die erste Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Frankenhausen.
Am 24. Oktober 1892 sind die Mannschaften der neu gegründeten Freiwilligen
Feuerwehr durch den Bürgermeister Karnstedt verpflichtet worden. Aus der
Rede, welche Herr Bürgermeister Karnstedt vor versammelter Mannschaft gehalten
hat, sei folgendes erwähnt: "Meine Herren, wir begehen heute einen
Akt, der in diesen Mauern noch nicht begangen, ja selbst in der Geschichte Frankenhausen`s
noch nicht verzeichnet steht, und freut es mich, die Ehre zu haben, diesen Akt
vollziehen zu können. Lassen Sie den alten Erbfeind, den Unfrieden, nicht
in Ihrer Mitte einziehen, sondern tun Sie stets in Einigkeit dem Ziele zustreben,
welches Sie sich gesteckt haben. Ja, dieses werden auch die Mitglieder der Freiwilligen
Feuerwehr tun. Wenn auch dieselben schon bemerkt haben, daß Sie sich durch
die Errichtung dieses für die Stadt gewiß segensreiche Institutes,
mehrfach sich Feinde erworben haben, so werden sich doch die Mitglieder dadurch
nicht beeinflussen lassen und werden die Lust und Liebe zur Sache nicht verlieren,
sondern im Gegenteil, dieselben werden stets bestrebt sein, sich immer mehr
und mehr im Feuerwehrdienste auszubilden, um dann als eine gut geschulte Freiwillige
Feuerwehr zu existieren".
1894 Den ersten größeren Brand, den
wir zu bekämpfen hatten, brach bei Kamerad Kaufmann Lundershausen am 14.
März aus. Freiwillige und Pflichtfeuerwehr waren so übereifrig, daß
sie sich sogar gegenseitig Annässten und eine im Nachbarhaus brennende
Petroleumlampe als neuer Brandherd angesehen und behandelt wurde.
Am 24. September starb unser Kassierer Kamerad Hugo Böttcher.
Orgelbauer Karl Finke wurde Oberführer der Freiwilligen Feuerwehr.
1896 An der Einweihungsfeier des Kyffhäuser
Denkmals beteiligte sich die Wehr durch eine Sanitätskolonne.
Der Verein zählt 37 aktive und 12 passive Mitglieder.
1897 Unser Führer Kam. Finke ist durch
lange Krankheit heimgesucht.
In kameradschaftlicher Weise veranstaltet die Wehr eine Wohltätigkeitsvorstellung,
deren Ertrag dem pflichteifrigen Führer überwiesen wird.
Nicht weniger als 10 Techniker zählte damals die Wehr als aktive Mitglieder,
gewiß ein erfreuliches Zeichen des erwachten Interesses.
1898 Das Jahr brachte uns einen schweren Verlust,
unseren braven Führer mußten wir am 26. Februar zur ewigen Ruhe hinaus
begleiten.
Auch erfreuliches ist zu berichten. Frau Justizrat Haake schenkte dem Verein
gemeinschaftlich mit zwei Freunden der Wehr, eine Magirusleiter.
Ein nützliches Möbel wird angeschafft. Der von Herrn Wagenbauer Stolze
gelieferte Mannschaftswagen entsprach voll und ganz den Erwartungen.
1899 Herrn Vorsitzenden Th. Hoffmann wird in Anbetracht seiner Verdienste um unsere Wehr, anläßlich seines silbernen Hochzeitsfestes, ein silbernes Schreibzeug gestiftet. Führer ist Kamerad Tischlermeister Henfling.
1900 Im hiesigen Wilhelmstift brach an zwei aufeinander folgenden Tagen, am 01. und 02. Oktober, Großfeuer aus, wo die Magirusleiter zum ersten Mal in Tätigkeit trat.
1901 Fertigstellung der Wasserleitung, erste Übungen am Hydranten. Pumpenmannschaften finden die Einrichtung großartig.
1902 Die Mitgliederzahl beträgt 42 und das Vermögen 602 Mark und 70 Pfennig.
1904 Es wird dem Feuerwehrverband beigetreten
1905 Kamerad Blume wird zum Führer ernannt.
1906 An Mitgliedern zählt die Wehr 41 aktive, 9 passive und 7 Ehrenmitglieder und einen Kassenbestand von 196,28 Mark.
1907 Der langjährige Vereinsdiener und aktives Mitglied Kitzig verstarb.
1909 Teilnahme am 14. Feuerwehrtag in Schwarzburg am 12. und 13. Juni.
1910 Der frühere Vorsitzende, Knopffabrikant
Th. Hoffmann, wurde in Anbetracht seiner treuen dem Verein geleisteten Dienste,
zum Ehrenmitglied ernannt.
Zum Abschluss des Vereinsjahres besteht die Wehr aus 44 aktiven, 27 passiven
und 11 Ehrenmitgliedern.
1912 Die Zahl der Mitglieder beträgt am
Tag des 20- jährigen Bestehens 65 aktive, 39 Passive und 11 Ehrenmitglieder.
Mit dem Stiftungsfest (07. - 09. September) der Freiwilligen Feuerwehr, fand
der 18. Feuer-wehrtag des Schwarzburg- Rudolstädter Landesfeuerwehr Verbandes
statt. Die Prüfungs-kommission des Verbandes glaubt die Stadt Frankenhausen
zu ihrer Feuerwehr beglückwünschen zu dürfen, da hier neben einer
gut geschulten Pflichtfeuerwehr eine Freiwillige Feuerwehr existiert, die in
allen ihren Einrichtungen, sowohl als auch in bezug auf Stärke, Opferwilligkeit
und Korpsgeist, im Fürstentum als Musterbeispiel bezeichnet werden darf.
Im September erhielten wir die Nachricht vom Ableben unseres langjährigen
Vorsitzenden, Mitbegründers und Ehrenmitglieds Theodor Hoffmann, der im
Alter von 65 Jahren verstarb.
1913 Am 18. Oktober beteiligte sich die Wehr anläßlich der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig an der Anlegung eines Ehrenhains auf dem alten Friedhof an der Zinkestraße. 10 Bäume wurden seitens der Wehr gepflanzt. Aus Mitgliederkreisen wurden weitere Bäume gestiftet.
1914 Das Kriegsjahr ist herangerückt. Bei Ausbruch des Krieges werden nach und nach 70 Kameraden der aktiven Mitglieder eingezogen. Kam. Führer Blume hält mit den zurück gebliebenen und den alten Kameraden, die zum größten Teil als passive Mitglieder weiter geführt wurden, den Dienst aufrecht. Willig treten die alten Kameraden wieder in den Dienst für das Gemeinwohl. Auf dem Feld der Ehre sind 18 Kameraden geblieben. Ein weiterer Teil der Kameraden sind als Kriegsbeschädigte zurück gekehrt.
1919 Infolge Einstellung der Ratskellerwirtschaft und Verwendung des bisherigen Vereinszimmers für städtische Zwecke, ist eine Verlegung bzw. Neuwahl des Vereinslokals erforderlich geworden. Seit Gründung der Wehr vom August 1892 bis März 1919 war der "Ratskeller" Vereinslokal. Das Gasthaus "Zum Adler" wird bei der folgenden Wahl als Vereinslokal bestimmt. Eine Gefallenen Gedenktafel mit den Fotografien wird hergestellt und im Vereinslokal aufgehängt. Die Enthüllung fand zum 28- jährigen Stiftungsfest statt.
1920 Kam. Oberfeuerwehrmann Krebs wird als stellvertretender Führer gewählt. Kam. Blume konnte durch Krankheit verhindert die Leitung der Wehr nicht übernehmen und mußte dafür sein Stellvertreter eintreten.
1923 Infolge der Inflation wurde der Jahresbeitrag
pro Mitglied auf 5000 Mark festgesetzt. Das Strafgeld für fehlende Übungen
betrug auch 5000 Mark.
Der Jahresbeitrag wird wieder auf 25 Pfennig festgesetzt.
Die Wehr wird kooperatives Mitglied der Freiwilligen Sanitätskolonne vom
Roten Kreuz. Im Jahr 1925 versuchte die vorgesetzte Behörde, die Feuerwehrführer
und der Bezirksbrandmeister Karnstedt des hiesigen Bezirkes, einen Motorlöschzug
für die Freiwillige Feuerwehr zu beschaffen bzw. die Frage durch Gründung
eines Zweckverbandes zu lösen. Oft sind Zusammenkünfte gewesen, jedoch
scheiterte die Angelegenheit immer wieder an der Kostenfrage, besonders an der
Aufbringung der Mittel durch die einzelnen Gemeinden.
1927 Auf Antrag der Stadtverwaltung Frankenhausen, heißt mit Beschluß des Thüringer Ministerium des Innern, Frankenhausen nun Bad Frankenhausen.
1928 Kam. Führer Friedrich Blume teilt der Wehr mit, daß er sein Amt als Führer krankheitshalber niederlegen muß. Kam. Karl Muth wird als Führer, Kam. Albert Blume als sein Stellvertreter gewählt.
1929 Der Ankauf einer Motorspritze nimmt greifbare
Formen an. Es wird mit der Firma Dittmann, Weimar, in Verhandlungen getreten.
Die Spritze ist zu einem Preis von 16000.- Mark erhältlich. Hierbei sei
gleich erwähnt, wer die Finanzierung trägt: Das Thüringer Ministerium,
Weimar, der Kreis Sondershausen- Bad Frankenhausen, Spenden an die Freiwillige
Feuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr selbst. Die Stadt ist finanziell nicht
an der Motorspritze beteiligt. Am 01. Februar konnte die Bestellung des Motorlöschzuges
durchgeführt werden. Die Lieferzeit war auf den 1. April des Jahres festgesetzt,
jedoch erfolgte die Lieferung erst am 17. Juli. Der Führer Friedrich Blume
konnte die Früchte dieser Arbeit nicht ernten, er verstarb am gleichen
Tag. Der Löschzug entsprach den Anforderungen. Er war geliefert, jedoch
machte sich nach und nach der Mangel an Großschläuchen bemerkbar.
120 Meter nannten wir unser Eigentum. Für die Brandbekämpfung auf
dem Land waren unbedingt 500 Meter vonnöten. Es war wiederum an der Zeit,
Geld zu beschaffen. Die FFW hat es erreicht und konnte 420 Meter für 2000
Mark kaufen. Jetzt erst war der Motorlöschzug der Freiwilligen Feuerwehr
wirklich voll betriebsfertig.
Ein Feuerlöschzweckverband wird ins Leben gerufen.
Am 08. November Brand bei Emil Kaps, Alte Burg. Die Motorspritze tritt zum ersten
Mal in Tätigkeit und empfing die "Feuertaufe".
Die Stadt führt die Feuerschutzabgabe ein. Die Feuerschutzabgabe beträgt
1 Reichsmark pro Wohnraum. Ab 1930 beträgt die Feuerschutzabgabe 0,50 Reichsmark
pro Wohnraum.
Es wird die Erbauung eines Schlauchtrockenturmes in Erwägung gezogen.
Staatskommissar Lederer erklärt sich zum äußeren Zeichen seiner
Dankbarkeit bereit, den Neuanstrich der Magirusleiter auf seine Kosten zu übernehmen,
da die Stadt keine Mittel zur Verfügung habe.
1931 Am 15. September verschied der Mitbegründer unserer Wehr, Kam. Paul Schröder. Die Wehr besteht aus 60 aktiven, 28 passiven, 3 Kriegsbeschädigten und 6 Ehrenmitglieder.
1932 Die Bildung eines Kreisfeuerwehrverbandes
des Kreises XII (Sondershausen- Bad Frankenhausen) wird angestrebt und fand
eine vorbereitende Versammlung in Sondershausen statt. In einer späteren
Sitzung wird Bezirksbrandmeister Blume zum stellv. Vorsitzenden, Kam. Ernst
zum Schriftführer des Kreisverbandes gewählt.
Das langjährige Ehrenmitglied Buchdruckereibesitzer Emil Krebs verstarb
am 15. Februar.
Das Spritzenhaus ist den Anforderungen nicht gewachsen. Erst das 40- jährige
Jubiläum bringt als "Geburtstagsgeschenk" die Fertigstellung
des neuen Spritzenhauses mit Steigerturm am Markt. Das erneuerte Spritzenhaus
ist in 4 Abteilungen eingeteilt: in seinem Mittelstück bietet es dem automobilen
Feuerlöschzug einen vorschriftsmäßigen Unterkunftsraum, der
streng abgeschlossen ist von den übrigen Räumen und mit einer Warmwasserheizung
versehen ist, die zur kalten Jahreszeit für eine gleichmäßige
Temperatur sorgt und das Einfrieren des Motorenkühlwassers verhindert.
Der Vorraum und der östliche Raum dienen zum Aufenthalt der weiteren Löschgeräte
der Freiwilligen Feuerwehr. Eine praktische Einrichtung soll hierbei noch Erwähnung
finden: die Schlauchwaschanlage im Heizraum und die Schlauchtrockenanlage im
Steigerturm. Der westliche Raum des Spritzenhauses dient der Pflichtfeuerwehr
zum Gelaß der Geräte. Der Umbau des Spritzenhauses kostet insgesamt
8220,71 Reichsmark.
Gründung eines Spielmannszuges unter Leitung des Kameraden Erich Große.
1933 01. April: Die Freiwillige Feuerwehr verpflichtet sich laut Vertrag, den Feuerlöschdienst bei Bränden in der Stadt, die Hilfeleistung bei sonstigen Notständen sowie die Nachbarhilfe nach den gesetzlichen Bestimmungen und Anweisungen des Ministeriums des Innern zu übernehmen. Auf Grund dieses Vertrages, löst die Stadtverwaltung die Pflichtfeuerwehr per 31. März. auf.
Bis 1945 liegen wenige Nachrichten zur Geschichte der FFW vor.
Führer in den kommenden Jahren sind die
Kameraden Otto Banse und Victor Immerthal. Bezirksbrandmeister war von 1945
- 1951 Kam. Erich Große.
Die Beheizung des Spritzenhauses wird wegen Koksmangel eingestellt. Kam. Max
Grützmacher erklärt sich bereit, die Kosten für die Heizung zu
übernehmen.
Kam. Fritz Wallrodt wird zum Ortsbrandmeister gewählt.
1956 Anschaffung eines Löschfahrzeuges LF 8, Typ K 30 Garant mit Hänger.
1960 Kam. Kurt Otto wird Ortsbrandmeister.
Kam. Erich Dauter wird Ortsbrandmeister.
Erhalt neuer Motorspritzen und einer Anhängeleiter AL 18 durch den Kreis
Artern.
1969 Neuerwerb eines Löschfahrzeuges LF
8 mit Hänger vom Typ
LO 1800 A.
1970 Kam. Jürgen Friedrich wird zum Ortsbrandmeister gewählt.
1973 Erwerb eines gebrauchten Tanklöschfahrzeuges, Typ W 50.
1976 Am 01. September übernimmt Kam. Gerhard Herrmann die Leitung der Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer". In den Jahren vorher übte Kamerad Dieter Pätz dieses Amt aus.
Das Gerätehaus am Marktplatz war den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Daraufhin stellte der Rat des Kreises Artern die finanziellen Mittel zum Umbau des Gerätehauses bereit. Unter der Führung des Rates der Stadt Bad Frankenhausen, der Mithilfe der Kameraden unter der Leitung des Kam. Fritz Böhme, sowie der Unterstützung hiesiger Betriebe, wurde das Gerätehaus von Grund auf saniert. Unter anderem wurde der Dachstuhl abgetragen und ein Schulungsraum nebst Küche sowie Sanitäranlagen und Büroräumen geschaffen.
Am 19. September wurde das Gerätehaus neu eingeweiht.
1983 Kam. Jürgen Friedrich tritt aus gesundheitlichen Gründen als Wehrleiter zurück. Kam. Ziesemer wird als neuer Wehrleiter gewählt.
1986 Erhalt eines Löschfahrzeuges LF 16 vom Typ W 50.
1988 Neuanschaffung eines Löschfahrzeuges LF 8 vom Typ LO 2000 2A.
1989 Übergabe eines neuen Tanklöschfahrzeuges
TLF 16 vom Typ W 50.
Am 09. November: Politische Wende.
Am 31. Dezember: Kam. Gerhard Herrmann tritt
von der Leitung der AG "Junge Brandschutzhelfer" zurück. Die
jugendlichen Mitglieder bleiben unter Anleitung erfahrener Kameraden, bis zur
Gründung der Jugendfeuerwehr, der Feuerwehr erhalten.
1990 Mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Sooden- Allendorf wird eine Partnerschaft
eingegangen. Durch die Partnerfeuerwehr wurde als Geschenk ein Rettungsaggregat
übergeben.
Am 03. Oktober: Wiedervereinigung beider deutscher Staaten.
1991 Am 14. Dezember: Neugründung des Vereins der "Feuerwehrkameradschaft". Der Verein wurde in das Vereinsregister unter der Nummer 206 eingetragen. In den Vorstand werden folgende Kameradinnen bzw. Kameraden gewählt:
Günter Ziesemer Vorsitzender
Frank Pätz & Fritz Böhme Stellvertretende Vorsitzende
Marianne Ziesemer Rechnungsführer
Barbara Gronwald Schriftführer
Detlef Tölle Jugendfeuerwehrwart
Hans Rüdiger Beisitzer
1992 Am 15. Juli, ein Vorausrüstwagen vom Typ ISUZU wird in Dienst gestellt.
Vom 11. - 13. September, Feierlichkeiten anlässlich des 100- jährigen
Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr.
Am 12. Dezember, Gründung der Jugendfeuerwehr in Bad Frankenhausen mit
insgesamt 14 Mitgliedern (12 Jungen, 2 Mädchen).
Am 23. März, Anschaffung einer gebrauchten Drehleiter DL 30 vom Typ W 50.
Am 28. Mai, Erhalt eines Löschfahrzeug LF 16 vom Typ IVECO (Katastrophenschutzfahrzeug).
Dieses Fahrzeug wurde durch den Landkreis übergeben.
1994 Am 02. März, einen gebrauchten Opel
Kadett als ELW in Dienst gestellt.
Am 19. August tritt Kamd. Barbara Gronwald aus gesundheitlichen Gründen
aus dem Vorstand zurück. Als Jugendfeuerwehrwart wird Kam. Gerd Reuß
in den Vorstand gewählt. Kam. Detlef Tölle wird Schriftführer.
1995 Am 22. Dezember, ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug
TLF 16 vom Typ Mercedes von der Partnerfeuerwehr Bad Sooden- Allendorf in Dienst
gestellt.
Am 05. Februar, Erhalt eines Rüstwagen 1, TYP MAN vom Landratsamt Kyffhäuserkreis.
Am 13. November, Erhalt eines Mannschaftstransportwagens Typ FIAT vom Landratsamt
Kyffhäuserkreis.
1998 Am 24. Januar tritt Kam. Fritz Böhme,
altersbedingt, aus dem Vorstand zurück. Kam. Detlef Tölle wird zum
Stellvertreter gewählt. Kamd. Bärbel Köhler wird zum Schriftführer
gewählt.
Infolge der großen Anzahl von Einsatzfahrzeugen sowie auf Grund der gesetzlichen
Bestimmungen sowie aus Platzmangel am alten Gerätehaus, machte sich der
Neubau des Gerätehauses erforderlich. Die Finanzierung des Neubaus übernehmen
der Freistaat Thüringen, das Landratsamt Kyffhäuserkreis sowie die
Stadtverwaltung Bad Frankenhausen. Grundsteinlegung ist am 03. Oktober.
Am 06. November erfolgte die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses
am Bachmühlenweg 27. Das Gerätehaus verfügt u.a. über 8
Stellplätze, Atemschutzwerkstatt, Schulungsraum. Die Kosten belaufen sich
auf 3238467 DM (1655802 Euro).
Kam. Gerd Reuß tritt auf Grund seines Umzuges als Jugendfeuerwehrwart zurück. Kam. Jens Fischer wird an seiner Stelle in den Vereinsvorstand gewählt.
2001 Kam. Günter Ziesemer muß Alters
bedingt, auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen, als Wehrführer zurück
treten. Am 10. Februar wurde Kam. Frank Pätz als Wehrführer gewählt.
Mit der Wahl zum Wehrführer wird er, laut Vereinssatzung, gleichzeitig
Vereinsvorsitzender. Als einziger Stellvertreter wird Kam. Detlef Tölle
gewählt.
Am 11. Mai wird Kam. Frank Pätz zum Stadtbrandinspektor und Kam. Volker
Böhme als sein Stellvertreter gewählt.
Am 07. Juni wird Kam. Frank Pätz seitens der Stadtverwaltung zum Stadtbrandinspektor
berufen und Kam. Günter Ziesemer zum Ehrenstadtbrandinspektor ernannt.
Zum Abschluss des Vereinsjahres besteht die Wehr aus 50 aktiven Mitgliedern,
16 Alters- bzw. Ehrenmitgliedern sowie 15 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr.
2002 Am 10. Januar wird die Satzung des Vereins, neu überarbeitet, beschlossen. Der Mitgliedsbeitrag wird auf 1.- Euro pro Monat festgesetzt. Auf Grund der Satzungsänderung wird ein neuer Vereinsvorstand gewählt:
Holger Erler Vorsitzender
Hans- Jürgen Grabe Stellvertreter
Bärbel Liese Schriftführer
Ina Schönau Kassenwart
Jens Fischer Jugendfeuerwehrwart
Frank Pätz Beisitzer
Am 30. Juni besteht der Verein aus 53 Mitgliedern der Einsatzabteilung (davon
15 Frauen), 14 Mitgliedern der Alters- und Ehrenabteilung (davon 2 Frauen),
16 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr (davon 5 Mädchen) sowie 1 fördernden
Mitglied.
(Redaktionsschluss 30.06.02)
Quellenverzeichnis:
- Feuerordnung 1766
- Alle Teile des Feuerlöschwesens von Magirus 1850
- Statut der Stadt Frankenhausen die Feuerwehr betreffend 1868
- Feuerwehr Instruktion der Altstadt Feuerwehr 1874
- Gesetzessammlung für das Fürstentum
Schwarzburg Rudolstadt1883
- Frankenhäuser Zeitung vom 02.08., 17.09., 21.09.1892
- Frankenhäuser Intelligenzblatt vom 10.09. und 22.09.1892
- Adreßbuch der Stadt Frankenhausen von 1906 und 1910
- Satzung der Freiwilligen Feuerwehr zu Frankenhausen 1910
- Archiv für Feuerschutz-, Rettungs- und Feuerlöschwesen 1910
- Frankenhäuser Zeitung vom 10.09.1912
- Thüringische Feuerwehrzeitung aus dem Jahre 1912- 1914
- Sonderbeilage zu Nr. 165 der Frankenhäuser Zeitung 1932
40 Jahre Freiwillige Feuerwehr Bad Frankenhausen
- Vertrag Stadtverwaltung und FFW Bad Frankenhausen 1933
- 60 Jahre Freiwillige Feuerwehr (Kam. Max Grützmacher)
- Brände im alten Frankenhausen (Freiheit 14.04.1956)
- 100 Jahre FFW Bad Frankenhausen
Die Freiwillige Feuerwehr Bad Frankenhausen bedankt sich recht herzlich bei
Herrn Dr. Ulrich Hahnemann vom Kreisheimatmuseum in Bad Frankenhausen für
die Unterstützung sowie die Bereitstellung der Unterlagen zur Erarbeitung
dieser Chronik, beim Thüringer Staatsarchiv in Rudolstadt sowie dem Stadtarchiv
in Bad Frankenhausen. Weiteren Dank gilt auch Kam. Detlef Tölle, der diese
Chronik in nächtelanger Arbeit erarbeitet und in digitale Form brachte.