Geschichte der Wehr

Von den Anfängen des Brandschutzes in der Salzstadt bis zur Gründung der Wehr 1892 – eine über 130-jährige Geschichte, hier als überlieferte Chronik bis zum Stand 2002.

Zum Stand dieser Chronik: Der folgende Text stammt aus der überlieferten Wehr-Chronik und reicht bis etwa 2002. Die jüngere Geschichte der Wehr ist hier noch nicht erfasst – aktuelle Ereignisse findet ihr auf unserer Facebook-Seite ↗.

Oft gellte in früheren Jahren und Jahrhunderten der Ruf "Feurio" durch die Straßen der alten Salzstadt am Südhange des Kyffhäusergebirges. Das Feuerhorn, das seit etwa 1575 vom Hausmann auf dem sog. Hausmannsturm bei Bränden geblasen wurde, kam oft in Gebrauch. Der Ausbruch eines Brandes brachte bei der damaligen leichten Bauweise der Häuser die ganze Stadt in Gefahr. Großzügige Steinbauten vermochten sich nur die begüterten Schichten der Stadt leisten. Ihre Häuser gruppierten sich in erster Linie um den Anger und in einigen anliegenden Straßen. Trotz den in diesen Gesellschaftsordnungen bedingten Unzulänglichkeiten waren die vielen Brände deshalb oft auch der Ausdruck der Struktur der Klassengesellschaft, vor allen des Feudalismus und des beginnenden Kapitalismus. Nachrichten uns heute erhaltener Feuerordnungen und Vorschriften für die Arbeit der Feuerwehr zeige die große Bedeutung der Brand verhütenden Maßnahmen. Um diesen Umstand zu verbessern, dachten Räte und Regierungen schon früh über eine Verbesserung des Feuerlöschwesens nach. Es wundert nicht, daß Brandstifter damals sogar zum Tode verurteilt wurden. Selbst der Mißbrauch des Feuerrufes wurde bestraft. Jenseits von festgelegten Stadtzonen, die durch Säulen markiert wurden, konnten Asche und Kehricht abgelagert werden. Das geschah außerhalb der Stadt vor dem Frauentore, in der Nähe der heutigen Nordhäuser Straße und südöstlich von Frankenhausen. Das Salzwerk mit seinen Kochstellen und Brandstätten unterlag besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Die Aufstellung einer Bornrotte, die in drei Zügen eingeteilt war und bei Gewittern und Bränden stets bereit sein mußte, erinnert frühzeitig an die spätere Organisation und Funktion einer Pflichtfeuerwehr.

Viele ausführliche Nachrichten über die Brände liegen vor, doch nichts findet sich über das Löschwesen. Der bekannte Stadtchronist Oberamtsrichter Freiherr von Ketelhodt schreibt selbst:

" ..... so findet sich doch nichts darüber, mit welchen Löschgeräten und in welcher Ordnung man Brände bekämpft habe, nichts von Spritze, Feuerleitern, Wasserkübeln, auch nichts von einer Einteilung der Bürgerschaft in jener älteren Zeit".

Erst in der Feuerordnung des 18. Jahrhunderts und im Register über die Feuerordnung werden Handhabungen, Einsatz und Pflege von Feuerleitern, Feuerhaken, Spritzen und Wasserkufen benannt. Auch über die Bedienung der Feuerausrüstungen sind Verantwortlichkeit und Pflichten festgelegt. Dennoch verweisen Briefe und Abrechnungen beim Rat der Stadt Frankenhausen, daß

Feuerlöschgerätschaften, Aufseher und Kommandierende über die zugeordneten Mannschaften zu den einzelnen Löschgerätschaften und Instruktionen einer Feuerordnung, schon früher benannt wurden. Das läßt eine Verfügung vom 26. Dezember 1597 vermuten, wo dem Rat der Stadt ernstlich befohlen wird:

" ... des Feuers halber richtig Anordnung zu machen, auch darüber, daß dieselbige Euch und gemeiner Stadt zum besten in fleißiger Acht gehalten würde". Vermutlich gab es um die Jahrhundertwende 16. Jahrhundert zum 17. Jahrhundert schon gewisse Ordnungen und Gerätschaften im Feuerlöschwesen, das soll folgendes aus dieser Zeit beweisen.

Im Jahre 1624 werden Hans Märcker, Lorenz Stolbergk und just Andreas Karnstedt zur Aufsicht über die Feuerhaken und Leitern bestellt, dafür von der Bürgerwache befreit und den Rottmeistern gleichgestellt (damals gab es an vier Orten verteilt in der Stadt 19 Leitern und 16 Feuerhaken).

Bei einem Brand in Seega am 12. Februar 1711 erwuchsen dem Rat der Stadt für Hilfeleistungen folgende Ausgaben:

2 Taler 12 Groschen für vier Pferde an der Spritze.

1 Taler für den Mann, der etliche Male nach Seega beordert wurde,

1 Taler für den Kommandanten der Spritze,

16 Groschen bekam Meister Spangenberg, der Brot, Speck und Würste hinüber geführt hatte,

12 Groschen der Fuhrmann für eine Fuhre mit Bier und Brot,

15 Groschen 10 Pfennig für kleinere Ausgaben.

Solche Protokolle mit Angaben der Ausgaben durch Brände machen deutlich, daß zu Beginn des 17. Jahrhunderts Löschgeräte schon bekannt waren und Personen nach der Feuerordnung zum Einsatz kamen. Bei unzureichenden Vorkehrungen weiteten sich die Brände aus und verursachten großen Schaden. Die verzeichneten Brände in der Stadtgeschichte vom 15. Jahrhundert bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Frankenhausen am 03. August 1892, weisen das nach Angaben von Ketelholdt aus. Da die bisherigen Löschmethoden mit ledernen Eimern nur wenig Erfolg brachten, dachte man über eine Verbesserung des Feuerschutzes nach. Zweckmäßig waren die Feuerspritzen, die durch Muskelkraft betrieben und von Hand oder Pferd gezogen, mittels eines Lederschlauches Wasser auf die Brandstelle spritzten. Dennoch blieb auch noch der Ledereimer das Löschgerät. Deshalb war die Anzahl der Lösch-geräte von Amts wegen streng vorgeschrieben und wurde auch kontrolliert.

All diese Bestimmungen waren zum größten Teil aus der Notwendigkeit heraus entstanden, umfassende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Als Ergänzung darauf, möchten wir darauf aufmerksam machen, daß bereits im Jahr 1766 unser damaliger Landesherr Fürst Johann Friedrich von Schwarzburg Rudolstadt eine Feuerordnung erließ, die uns nicht nur wertvolle Hinweise auf die Organisation des Brand bzw. Feuerschutzes gibt, sondern auch auf Bauweise und Gewerke bzw. Tätigkeiten die in den Orten unter der Bevölkerung üblich waren. Diese Feuerordnung aus dem Jahre 1766 galt für zahlreiche namentlich erwähnte Orte aus unserer näheren Umgebung.

Im Bereich des damaligen Amtes Frankenhausen so u.a. für die obere Pflegschaft mit den Orten Günserode, Seega, Göllingen, Rottleben und Thalleben, die untere Pflegschaft mit den Orten Seehausen, Ringleben, Esperstedt, und Udersleben, während für Frankenhausen speziell die Altstadt bekannt ist. Die Orte Ichstedt und Borxleben sind nicht in der unteren Pflegschaft genannt, da zu dieser Zeit das Fürstlich Schwarzburgische Gericht zu Ichstedt und Borxleben mit Sitz in Ichstedt die hoheitlichen Rechte wahrnahm.

Andere Feuerordnungen sind uns in den Stadtrechtsstatuten aus dem Jahr 1558 und dem Nachtrag zu der im Jahre 1766 herausgegebenen Feuerordnung für die Stadt Frankenhausen aus dem Jahre 1828 bekannt. Der Blick in die Bestimmungen dieser Schriften ist sehr interessant. Wir möchten deshalb einige Forderungen, deren Einhaltung vom Bürgermeister und einem Eigens dazu tätigen Ausschuß sehr streng überwacht wurde, anführen: Bei Bränden mußte jeder Einwohner Hilfe leisten und mit seinem "Gezeige" an die Brandstelle eilen. Unter dem "Gezeige" verstanden die Frankenhäuser die Feuerausrüstung, also Handspritzen, Leitern, Feuereimer (aus Leder), Hacken, Kübel, Aexte, Feuerhacken usw. Verschuldete ein Einwohner einen Brand, hatte er je nach Schaden schwere Strafe zu erwarten. Ohne Geldstrafe ging es aber in keinem Falle ab.

Bei Licht durften die Frankenhäuser nicht dreschen oder Futter schneiden. Holz, Stroh, Heu, Kohlen, Hanf, Flachs, Schwefel, Butter usw. mußten an "verwahrsamten unbesorgten Oertern" beigelegt werden. Zweimal im Jahr wurden von einem Ausschuß des Rates der Stadt alle Feuerstätten überprüft. Die Brunnen mußten dauernd in gutem Zustand gehalten werden. Ein Holz- oder ein Feuerarbeiter dürfen nie in einem Haus gemeinsam wohnen und "zu gleicher Zeit ihre Profession daselbst betreiben",

Eine nicht uninteressante Notiz des Nachtrages zur Feuerordnung des Jahres 1766, steuert auch den Genuß von Alkohol bei Feuersbrünsten. Es heißt hier: Es sollen während des Feuers, dergleichen Spirituosen entweder gar nicht oder doch nur in geringen Quantitäten und unter gewisser Aufsicht ausgeteilt werden, und wird derjenige, welcher während der Feuersbrunst ohne Genehmigung des Feuerdirektors Branntwein usw. sei es für Geld oder umsonst hergegeben hat, nachdrücklich bestraft werden. In einem weiteren Nachtrag wurde bestimmt, daß Branntwein nur von Personen, die der Rat ausgewählt hat, ausgeteilt werden darf.

Das "Statut der Stadt Frankenhausen die Feuerwehr betreffend", im Jahre 1868 erschienen, verpflichtete jeden männlichen Einwohner im Alter von 20 bis 50 Jahren auf der Grundlage des Artikels 136 der revidierten Gemeindeordnung der Stadt, Feuerwehrdienste zu leisten und sich bei jeder Feuerwehrübung einzufinden. Für unentschuldigtes Fehlen waren sogar Strafgelder vorgesehen. Der oben zitierte Artikel 136 der revidierten Gemeindeordnung für das Fürstentum Schwarzburg Rudolstadt aus dem Jahre 1858, ligimierte das Statut der Stadt. Es heißt hier nämlich: "Persönliche Dienste für allgemeine Gemeindezwecke sind von den Selbständigen Gemeindeangehörigen und Schutzgenossen zu leisten".

Alle diese Bestimmungen und Vorkehrungen verhinderten den Ausbruch großer Feuersbrünste nicht. Es gab deshalb eine ganze Reihe Bürger, die einen Teil ihrer Habe veräußerten, um einen "Feuersegen" zu erwerben. Die Vertreter der Schwarzen Kunst hatten lohnende Einnahmen und gaben den ängstlichen Frankenhäusern für teures Geld sinnlose Sprüche, die angeblich das Feuer verhüten sollten. Mit Hilfe kirchlicher Kreise oder auf der Grundlage von Bibelstellen verdrehte man vollkommen die Realitäten. Man verdiente an diesen Sprüchen.

Alle diese Erscheinungen, Gebete, Kunststücke, auch die Feuerverordnungen konnten die vielen Brände nicht verhindern. So brachen allein von 1523 bis 1833, 47 größere Brände in Frankenhausen aus.

Die nachfolgende Broschüre soll Einblick in die Entstehung der Feuerwehr in Frankenhausen bis zum heutigen Tag bringen. Die Feuerordnung, die Stadt Frankenhausen betreffend, aus dem Jahr 1828, verpflichtete einen jeden Bürger, bei Feuersgefahr am Brandplatz zu erscheinen. Auf Grund dieser Verordnung entstand die "Pflichtfeuerwehr" in Frankenhausen. Mit dem Erscheinen des "Statut der Stadt Frankenhausen, die Feuerwehr betreffend" aus dem Jahre 1868 durch die Stadt Frankenhausen, mit Genehmigung des Fürstlich Schwarzburg- Rudolstädtischen Landratsamt, wurde das Gesetz erneuert. Mit der Gesetzessammlung für die beiden Fürstentümer Schwarzburg- Rudolstadt und Schwarzburg- Sondershausen aus dem Jahr 1883 wird ein neues "Landesgesetz über das Feuerlöschwesen in den schwarzburgischen Fürstentümern" erlassen. Dieses regelte u.a. neben den bereits seit 1868 systematisch aufgebauten Pflichtfeuerwehren die Gründung von freiwilligen Feuerwehren, wodurch sich Jahre später auch in Frankenhausen eine Freiwillige Feuerwehr gründen konnte. Die Altstadt von Frankenhausen, gründete schon am 13. Dezember 1868 eine Freiwillige Feuerwehr. Durch den Gemeindevorstand der Altstadt wurden folgende Feuerwehrleute "verpflichtet":

Christian Rost // Friedrich Wallrodt junior //August Strömel // Karl Barth //

1868 legte der Gemeindevorstand der Altstadt, dem Landrat der Schwarzburgischen Unterherrschaft Frankenhausen ein Statutenentwurf vor, welches nicht mehr vorhanden ist.

Am 26. Oktober 1874 erließ der Gemeindevorstand der Altstadt Frankenhausen eine "Feuerwehr - Instruktion".

Die Altstadt war jedoch bis zum 31. Dezember 1889 eigenständig und wurde erst am 01. Januar 1890 in Frankenhausen eingemeindet.

Laut einem Bericht der Freiwilligen Feuerwehr Frankenhausen vom 07. Juli 1902 wurde der 03. August 1892 als Gründungstag betrachtet. Die ersten Übungen fanden im alten Spittel statt, ein höchst wackliger Steigerturm, aus dem verschiedene fragwürdige Insassen des Stiftes erst "herausgeärgert werden mußten". Pflichtfeuerwehr sowie die Freiwillige Feuerwehr in Bad Frankenhausen hatten bis zum 31. März 1933 Bestand, wobei die Freiwillige Feuerwehr bei einem Brand dem Führer der Pflichtfeuerwehr unterstellt war. Beide Feuerwehren waren im alten Gerätehaus am Markt untergebracht. Mit Vertrag vom 01. April 1933 zwischen der Stadtverwaltung und der Freiwilligen Feuerwehr (Vertrag liegt vor), verpflichtete sich die Freiwillige Feuerwehr, den Feuerlöschdienst bei Bränden in der Stadt, die Hilfeleistung bei sonstigen Notständen sowie die Nachbarschaftshilfe nach den gesetzlichen Bestimmungen und Anweisungen des Ministeriums des Innern zu übernehmen. Die Pflichtfeuerwehr in Bad Frankenhausen wurde per 31. März 1933 durch die Stadtverwaltung aufgelöst.

Bereits vor einigen Jahren ging eine Anzahl jüngerer, strebsamer Bürger unserer Stadt mit dem Plan um, für den Dienst der öffentlichen Sicherheit einzutreten und sich zu einer Freiwilligen Feuerwehr zu organisieren. Umstände mancher Art stellten sich den Gründern in den Weg und die Angelegenheit ließ man auf sich beruhen. Jene Bürger hatten aber dieses einmal ins Auge gefaßte Ziel nicht fallen gelassen, sie wußten ihre Bekanntenkreise für diese Sache zu begeistern und es soweit zu bringen, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Der Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Frankenhausen ist der 03. August 1892. In der Harmoniestube des Rathauses (im 1. Stock, Nordwestecke) hatten sich ungefähr 20 hiesige Bürger (u.a. Tischlermeister Albert Crone, Lederhändler Hugo Meyer, Schneidermeister Berthold Fischer, Fahrradhändler Max Grützmacher) vereint, um die Freiwillige Feuerwehr aus der Taufe zu heben. Diese Männer waren ehrbare Meister und Handwerksgesellen, die sich nachfolgenden Leitgedanken ihrer Wehr verschrieben:

Der Gedanke der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, deren Tätigkeit von der Stadtkasse bezahlt werden mußte, ging damals vom Zimmermeister Hildebert Sengelaub, des späteren 2. Bürgermeister unserer Stadt aus, der auf Staatswegen zur Teilnahme an einem Bezirks-brandmeisterkursus zur Berufsfeuerwehr nach Leipzig beordert worden war. Die dort erhaltenen Anregungen und Erfahrungen sollten in die Praxis umgewandelt werden und führten somit zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Nachstehend sei folgender Artikel aus dem Frankenhäuser Intelligenzblatt, Ausgabe 72, vom 10.09.1892 erwähnt: "Seit einiger Zeit hat sich in hiesiger Stadt eine Anzahl Bürger zusammen gefunden, welche sich die sehr anerkennenswerte Aufgabe gestellt haben, eine Freiwillige Feuerwehr, wie sie fast alle kleineren und größeren Städte besitzen, ins Leben zu rufen. Sie wurden auch darin vom Glück begünstigt, daß es ihnen gelang, die Annahme und Inaussichtstellung der möglichen Förderung ihrer Interessen bei den vorgesetzten Behörden zu erlangen; ferner war unser in Leipzig bei der großen Feuerwehr ausgebildete Zimmermeister Herr Sengelaub sofort bereit, die Ausbildung zu übernehmen und sind die Übungen seit einigen Wochen im Gange. Jeden denkenden Bürger muß es zur Freude und Genugtuung gereichen, wenn er sieht, mit welchen Eifer die Übungen betrieben werden und das sich Leute finden, die doch nur zum Wohle der Gesamtheit freiwillig ihre Zeit opfern, um bei ausbrechenden Unglück eine möglichst gut geschulte Truppe zur Verfügung stellen zu können. Denn wie bei so manchen Brande wird durch schnelles zielbewußtes Eingreifen, noch größeres Unglück verhütet. Es wäre daher zu wünschen, daß sich möglichst recht viele dieser nicht genug zu lobenden Einrichtung anschließen mögen, denn welch schönes Gefühl ist es sich nach einem Unglück sagen zu können: Du hilfst deinen Nächsten aus freiem Willen, nach besten Wissen und nicht weil Du deine Hilfe bezahlt bekommst und mußt".

Am 16. September fand die erste Übung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Die Übungen der Mannschaften, die nicht nur in einem Spezialfach, z.B. als Steiger, sondern in allen zum Feuerlöschdienst gehörenden Fächern ausgebildet waren und mit den von seitens der Stadt in zuvorkommenden Weise zur Verfügung gestellten Feuerlöschgeräten hantierten, gingen flott von statten; selbst der inzwischen eingetretene Regen vermochte nicht störend einzuwirken. Am Schluß der ¾ stündigen Übung gab Herr Landrat Klipsch sein Urteil über die Vorstellung ab: "Es sei erfreulich, daß sich in unserer Stadt Männer gefunden hätten, die sich zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr so warm angenommen haben, daß sie mit Eifer und Hingabe sich der nützlichen Sache gewidmet hätten, davon habe die heutige Probe das beste Zeugnis abgelegt. Er könne sich über die Leistungen in Anbetracht der kurzen Zeit und wenigen Übungen nur befriedigend aussprechen". Indem Herr Landrat Klipsch sich noch über das Bestreben der Gründer, für die Sicherheit der Stadt zu wirken und sich in deren Dienst zu stellen, lobend ausgesprochen, ermahnte er zu weiteren rüstigen Schaffen auf der betretenden Bahn und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich noch viele Bürger, namentlich auch aus den besser situierten Ständen, diesem zum Segen der Stadt gereichen mögenden Institute anschließen möchten.

Am 20. September fand eine außerordentliche Stadtratssitzung statt. Als erster Tagungs-ordnungspunkt kommt ein Antrag des Zimmermeister Sengelaub - betreffend die Ausrüstung der hier ins Leben getretenen Freiwilligen Feuerwehr - zur Verhandlung. Der Herr Vorsitzende teilt hierbei mit, daß dieselbe seit einiger Zeit geübt und dabei ganz gute Erfolge erzielt habe. Der Stadtrat erkennt die Zweckmäßigkeit einer derartigen Einrichtung an und bewilligt nach einigen Klarstellungen die Anschaffung der zunächst nötigen Gegenstände. Zugleich wurde auch beschlossen, bei hoher fürstlicher Regierung einen Antrag auf Beihilfe zu dieser Ausrüstung, aus der zu diesem Zwecke bestehenden Kasse, zu stellen.

Die erste Generalversammlung fand am 23. September im Ratskeller statt. Der aus 8 Personen bestehende Vorstand hatte sich bereits in einer früheren Versammlung gebildet. Namentlich genannt wurden in der Frankenhäuser Zeitung, Ausgabe 112, vom 27.09.1892 nur 7 Personen. Der Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

Die mit einleitenden Worten des Vorsitzenden eröffnete Versammlung, begann mit dem 1. Punkt der Tagesordnung: Beratung und Festsetzung der Statuten. Dieselben wurden durch den Korps-führer paragraphenweise zur Verlesung gebracht und zur Diskussion gestellt. Aus den Statuten wurde hervor gehoben, daß die Freiwillige Feuerwehr aus aktiven und passiven Mitgliedern besteht und es sich vorbehält, Personen, welche sich um den Verein verdient gemacht haben, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Die passiven Mitglieder (Personen welche Interesse für die Bestrebungen der Feuerwehr bekunden, durch Umstände aber verhindert sind, dem Korps ihre Kräfte zur Verfügung zu stellen), haben mit Ausschluß der technischen Fragen, in allen Angelegenheiten beratende Stimme; die aktiven in allen Fragen. Die technischen Leiter werden nur von den aktiven Mitgliedern und auf 3 Jahre gewählt, der übrige Vorstand von den gesamten Mitgliedern auf 1 Jahr. Jedes in die Freiwillige Feuerwehr eintretende Mitglied verpflichtet sich, durch Unterschrift, zu dreijähriger Mitgliedschaft. Der monatliche Beitrag ist für aktive und passive Mitglieder auf 25 Pfennige festgesetzt. Desweiteren regelt das Statut die Funktionen der einzelnen Vorstandsmitglieder, gibt Instruktionen für diese sowohl als für die Mitglieder und setzt Strafen über absichtlich bzw. unentschuldigt Fehlende fest. Die Statuten wurden schließlich, den Wünschen und der Zweckmäßigkeit der Mehrzahl der Anwesenden entsprechend angenommen und sollen in dieser Fassung dem Stadtrat bzw. fürstlichen Landratsamt zur Begutachtung bzw. Genehmigung unterbreitet werden. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde über die anzuschaffenden Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände beraten und probeweise vorliegende Gegenstände einer Musterung unterzogen. Die Ausrüstung selbst, wird derjenigen der hiesigen Pflichtfeuerwehr angepasst werden. Schließlich fand noch der zweite Punkt "Aufnahme neuer Mitglieder" seine Erledigung. Mit dem Wunsch, daß der gute Geist, der die Mitglieder zu diesem Schritt veranlaßt hat, auch ferner im Feuerwehrkorps fortleben und stets strenge Disziplin und Manneszucht geübt werden möge, schloß der Vorsitzende die erste Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Frankenhausen.

Am 24. Oktober 1892 sind die Mannschaften der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr durch den Bürgermeister Karnstedt verpflichtet worden. Aus der Rede, welche Herr Bürgermeister Karnstedt vor versammelter Mannschaft gehalten hat, sei folgendes erwähnt: "Meine Herren, wir begehen heute einen Akt, der in diesen Mauern noch nicht begangen, ja selbst in der Geschichte Frankenhausen`s noch nicht verzeichnet steht, und freut es mich, die Ehre zu haben, diesen Akt vollziehen zu können. Lassen Sie den alten Erbfeind, den Unfrieden, nicht in Ihrer Mitte einziehen, sondern tun Sie stets in Einigkeit dem Ziele zustreben, welches Sie sich gesteckt haben. Ja, dieses werden auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr tun. Wenn auch dieselben schon bemerkt haben, daß Sie sich durch die Errichtung dieses für die Stadt gewiß segensreiche Institutes, mehrfach sich Feinde erworben haben, so werden sich doch die Mitglieder dadurch nicht beeinflussen lassen und werden die Lust und Liebe zur Sache nicht verlieren, sondern im Gegenteil, dieselben werden stets bestrebt sein, sich immer mehr und mehr im Feuerwehrdienste auszubilden, um dann als eine gut geschulte Freiwillige Feuerwehr zu existieren".

1894 Den ersten größeren Brand, den wir zu bekämpfen hatten, brach bei Kamerad Kaufmann Lundershausen am 14. März aus. Freiwillige und Pflichtfeuerwehr waren so übereifrig, daß sie sich sogar gegenseitig Annässten und eine im Nachbarhaus brennende Petroleumlampe als neuer Brandherd angesehen und behandelt wurde.

Am 24. September starb unser Kassierer Kamerad Hugo Böttcher.

Orgelbauer Karl Finke wurde Oberführer der Freiwilligen Feuerwehr.

1896 An der Einweihungsfeier des Kyffhäuser Denkmals beteiligte sich die Wehr durch eine Sanitätskolonne.

Der Verein zählt 37 aktive und 12 passive Mitglieder.

1897 Unser Führer Kam. Finke ist durch lange Krankheit heimgesucht.

In kameradschaftlicher Weise veranstaltet die Wehr eine Wohltätigkeitsvorstellung, deren Ertrag dem pflichteifrigen Führer überwiesen wird.

Nicht weniger als 10 Techniker zählte damals die Wehr als aktive Mitglieder, gewiß ein erfreuliches Zeichen des erwachten Interesses.

1898 Das Jahr brachte uns einen schweren Verlust, unseren braven Führer mußten wir am 26. Februar zur ewigen Ruhe hinaus begleiten.

Auch erfreuliches ist zu berichten. Frau Justizrat Haake schenkte dem Verein gemeinschaftlich mit zwei Freunden der Wehr, eine Magirusleiter.

Ein nützliches Möbel wird angeschafft. Der von Herrn Wagenbauer Stolze gelieferte Mannschaftswagen entsprach voll und ganz den Erwartungen.

1899 Herrn Vorsitzenden Th. Hoffmann wird in Anbetracht seiner Verdienste um unsere Wehr, anläßlich seines silbernen Hochzeitsfestes, ein silbernes Schreibzeug gestiftet. Führer ist Kamerad Tischlermeister Henfling.

1900 Im hiesigen Wilhelmstift brach an zwei aufeinander folgenden Tagen, am 01. und 02. Oktober, Großfeuer aus, wo die Magirusleiter zum ersten Mal in Tätigkeit trat.

1901 Fertigstellung der Wasserleitung, erste Übungen am Hydranten. Pumpenmannschaften finden die Einrichtung großartig.

1902 Die Mitgliederzahl beträgt 42 und das Vermögen 602 Mark und 70 Pfennig.

1904 Es wird dem Feuerwehrverband beigetreten

1905 Kamerad Blume wird zum Führer ernannt.

1906 An Mitgliedern zählt die Wehr 41 aktive, 9 passive und 7 Ehrenmitglieder und einen Kassenbestand von 196,28 Mark.

1907 Der langjährige Vereinsdiener und aktives Mitglied Kitzig verstarb.

1909 Teilnahme am 14. Feuerwehrtag in Schwarzburg am 12. und 13. Juni.

1910 Der frühere Vorsitzende, Knopffabrikant Th. Hoffmann, wurde in Anbetracht seiner treuen dem Verein geleisteten Dienste, zum Ehrenmitglied ernannt.

Zum Abschluss des Vereinsjahres besteht die Wehr aus 44 aktiven, 27 passiven und 11 Ehrenmitgliedern.

1912 Die Zahl der Mitglieder beträgt am Tag des 20- jährigen Bestehens 65 aktive, 39 Passive und 11 Ehrenmitglieder.

Mit dem Stiftungsfest (07. - 09. September) der Freiwilligen Feuerwehr, fand der 18. Feuer-wehrtag des Schwarzburg- Rudolstädter Landesfeuerwehr Verbandes statt. Die Prüfungs-kommission des Verbandes glaubt die Stadt Frankenhausen zu ihrer Feuerwehr beglückwünschen zu dürfen, da hier neben einer gut geschulten Pflichtfeuerwehr eine Freiwillige Feuerwehr existiert, die in allen ihren Einrichtungen, sowohl als auch in bezug auf Stärke, Opferwilligkeit und Korpsgeist, im Fürstentum als Musterbeispiel bezeichnet werden darf.

Im September erhielten wir die Nachricht vom Ableben unseres langjährigen Vorsitzenden, Mitbegründers und Ehrenmitglieds Theodor Hoffmann, der im Alter von 65 Jahren verstarb.

1913 Am 18. Oktober beteiligte sich die Wehr anläßlich der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig an der Anlegung eines Ehrenhains auf dem alten Friedhof an der Zinkestraße. 10 Bäume wurden seitens der Wehr gepflanzt. Aus Mitgliederkreisen wurden weitere Bäume gestiftet.

1914 Das Kriegsjahr ist herangerückt. Bei Ausbruch des Krieges werden nach und nach 70 Kameraden der aktiven Mitglieder eingezogen. Kam. Führer Blume hält mit den zurück gebliebenen und den alten Kameraden, die zum größten Teil als passive Mitglieder weiter geführt wurden, den Dienst aufrecht. Willig treten die alten Kameraden wieder in den Dienst für das Gemeinwohl. Auf dem Feld der Ehre sind 18 Kameraden geblieben. Ein weiterer Teil der Kameraden sind als Kriegsbeschädigte zurück gekehrt.

1919 Infolge Einstellung der Ratskellerwirtschaft und Verwendung des bisherigen Vereinszimmers für städtische Zwecke, ist eine Verlegung bzw. Neuwahl des Vereinslokals erforderlich geworden. Seit Gründung der Wehr vom August 1892 bis März 1919 war der "Ratskeller" Vereinslokal. Das Gasthaus "Zum Adler" wird bei der folgenden Wahl als Vereinslokal bestimmt. Eine Gefallenen Gedenktafel mit den Fotografien wird hergestellt und im Vereinslokal aufgehängt. Die Enthüllung fand zum 28- jährigen Stiftungsfest statt.

1920 Kam. Oberfeuerwehrmann Krebs wird als stellvertretender Führer gewählt. Kam. Blume konnte durch Krankheit verhindert die Leitung der Wehr nicht übernehmen und mußte dafür sein Stellvertreter eintreten.

1923 Infolge der Inflation wurde der Jahresbeitrag pro Mitglied auf 5000 Mark festgesetzt. Das Strafgeld für fehlende Übungen betrug auch 5000 Mark.

Der Jahresbeitrag wird wieder auf 25 Pfennig festgesetzt.

Die Wehr wird kooperatives Mitglied der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz. Im Jahr 1925 versuchte die vorgesetzte Behörde, die Feuerwehrführer und der Bezirksbrandmeister Karnstedt des hiesigen Bezirkes, einen Motorlöschzug für die Freiwillige Feuerwehr zu beschaffen bzw. die Frage durch Gründung eines Zweckverbandes zu lösen. Oft sind Zusammenkünfte gewesen, jedoch scheiterte die Angelegenheit immer wieder an der Kostenfrage, besonders an der Aufbringung der Mittel durch die einzelnen Gemeinden.

1927 Auf Antrag der Stadtverwaltung Frankenhausen, heißt mit Beschluß des Thüringer Ministerium des Innern, Frankenhausen nun Bad Frankenhausen.

1928 Kam. Führer Friedrich Blume teilt der Wehr mit, daß er sein Amt als Führer krankheitshalber niederlegen muß. Kam. Karl Muth wird als Führer, Kam. Albert Blume als sein Stellvertreter gewählt.

1929 Der Ankauf einer Motorspritze nimmt greifbare Formen an. Es wird mit der Firma Dittmann, Weimar, in Verhandlungen getreten. Die Spritze ist zu einem Preis von 16000.- Mark erhältlich. Hierbei sei gleich erwähnt, wer die Finanzierung trägt: Das Thüringer Ministerium, Weimar, der Kreis Sondershausen- Bad Frankenhausen, Spenden an die Freiwillige Feuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr selbst. Die Stadt ist finanziell nicht an der Motorspritze beteiligt. Am 01. Februar konnte die Bestellung des Motorlöschzuges durchgeführt werden. Die Lieferzeit war auf den 1. April des Jahres festgesetzt, jedoch erfolgte die Lieferung erst am 17. Juli. Der Führer Friedrich Blume konnte die Früchte dieser Arbeit nicht ernten, er verstarb am gleichen Tag. Der Löschzug entsprach den Anforderungen. Er war geliefert, jedoch machte sich nach und nach der Mangel an Großschläuchen bemerkbar. 120 Meter nannten wir unser Eigentum. Für die Brandbekämpfung auf dem Land waren unbedingt 500 Meter vonnöten. Es war wiederum an der Zeit, Geld zu beschaffen. Die FFW hat es erreicht und konnte 420 Meter für 2000 Mark kaufen. Jetzt erst war der Motorlöschzug der Freiwilligen Feuerwehr wirklich voll betriebsfertig.

Ein Feuerlöschzweckverband wird ins Leben gerufen.

Am 08. November Brand bei Emil Kaps, Alte Burg. Die Motorspritze tritt zum ersten Mal in Tätigkeit und empfing die "Feuertaufe".

Die Stadt führt die Feuerschutzabgabe ein. Die Feuerschutzabgabe beträgt 1 Reichsmark pro Wohnraum. Ab 1930 beträgt die Feuerschutzabgabe 0,50 Reichsmark pro Wohnraum.

Es wird die Erbauung eines Schlauchtrockenturmes in Erwägung gezogen.

Staatskommissar Lederer erklärt sich zum äußeren Zeichen seiner Dankbarkeit bereit, den Neuanstrich der Magirusleiter auf seine Kosten zu übernehmen, da die Stadt keine Mittel zur Verfügung habe.

1931 Am 15. September verschied der Mitbegründer unserer Wehr, Kam. Paul Schröder. Die Wehr besteht aus 60 aktiven, 28 passiven, 3 Kriegsbeschädigten und 6 Ehrenmitglieder.

1932 Die Bildung eines Kreisfeuerwehrverbandes des Kreises XII (Sondershausen- Bad Frankenhausen) wird angestrebt und fand eine vorbereitende Versammlung in Sondershausen statt. In einer späteren Sitzung wird Bezirksbrandmeister Blume zum stellv. Vorsitzenden, Kam. Ernst zum Schriftführer des Kreisverbandes gewählt.

Das langjährige Ehrenmitglied Buchdruckereibesitzer Emil Krebs verstarb am 15. Februar.

Das Spritzenhaus ist den Anforderungen nicht gewachsen. Erst das 40- jährige Jubiläum bringt als "Geburtstagsgeschenk" die Fertigstellung des neuen Spritzenhauses mit Steigerturm am Markt. Das erneuerte Spritzenhaus ist in 4 Abteilungen eingeteilt: in seinem Mittelstück bietet es dem automobilen Feuerlöschzug einen vorschriftsmäßigen Unterkunftsraum, der streng abgeschlossen ist von den übrigen Räumen und mit einer Warmwasserheizung versehen ist, die zur kalten Jahreszeit für eine gleichmäßige Temperatur sorgt und das Einfrieren des Motorenkühlwassers verhindert. Der Vorraum und der östliche Raum dienen zum Aufenthalt der weiteren Löschgeräte der Freiwilligen Feuerwehr. Eine praktische Einrichtung soll hierbei noch Erwähnung finden: die Schlauchwaschanlage im Heizraum und die Schlauchtrockenanlage im Steigerturm. Der westliche Raum des Spritzenhauses dient der Pflichtfeuerwehr zum Gelaß der Geräte. Der Umbau des Spritzenhauses kostet insgesamt 8220,71 Reichsmark.

Gründung eines Spielmannszuges unter Leitung des Kameraden Erich Große.

1933 01. April: Die Freiwillige Feuerwehr verpflichtet sich laut Vertrag, den Feuerlöschdienst bei Bränden in der Stadt, die Hilfeleistung bei sonstigen Notständen sowie die Nachbarhilfe nach den gesetzlichen Bestimmungen und Anweisungen des Ministeriums des Innern zu übernehmen. Auf Grund dieses Vertrages, löst die Stadtverwaltung die Pflichtfeuerwehr per 31. März. auf.

Bis 1945 liegen wenige Nachrichten zur Geschichte der FFW vor.

Führer in den kommenden Jahren sind die Kameraden Otto Banse und Victor Immerthal. Bezirksbrandmeister war von 1945 - 1951 Kam. Erich Große.

Die Beheizung des Spritzenhauses wird wegen Koksmangel eingestellt. Kam. Max Grützmacher erklärt sich bereit, die Kosten für die Heizung zu übernehmen.

Kam. Fritz Wallrodt wird zum Ortsbrandmeister gewählt.

1956 Anschaffung eines Löschfahrzeuges LF 8, Typ K 30 Garant mit Hänger.

1960 Kam. Kurt Otto wird Ortsbrandmeister.

Erhalt neuer Motorspritzen und einer Anhängeleiter AL 18 durch den Kreis Artern.

1969 Neuerwerb eines Löschfahrzeuges LF 8 mit Hänger vom Typ

1970 Kam. Jürgen Friedrich wird zum Ortsbrandmeister gewählt.

1973 Erwerb eines gebrauchten Tanklöschfahrzeuges, Typ W 50.

1976 Am 01. September übernimmt Kam. Gerhard Herrmann die Leitung der Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer". In den Jahren vorher übte Kamerad Dieter Pätz dieses Amt aus.

Das Gerätehaus am Marktplatz war den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Daraufhin stellte der Rat des Kreises Artern die finanziellen Mittel zum Umbau des Gerätehauses bereit. Unter der Führung des Rates der Stadt Bad Frankenhausen, der Mithilfe der Kameraden unter der Leitung des Kam. Fritz Böhme, sowie der Unterstützung hiesiger Betriebe, wurde das Gerätehaus von Grund auf saniert. Unter anderem wurde der Dachstuhl abgetragen und ein Schulungsraum nebst Küche sowie Sanitäranlagen und Büroräumen geschaffen.

Am 19. September wurde das Gerätehaus neu eingeweiht.

1983 Kam. Jürgen Friedrich tritt aus gesundheitlichen Gründen als Wehrleiter zurück. Kam. Ziesemer wird als neuer Wehrleiter gewählt.

1986 Erhalt eines Löschfahrzeuges LF 16 vom Typ W 50.

1988 Neuanschaffung eines Löschfahrzeuges LF 8 vom Typ LO 2000 2A.

1989 Übergabe eines neuen Tanklöschfahrzeuges TLF 16 vom Typ W 50.

Am 31. Dezember: Kam. Gerhard Herrmann tritt von der Leitung der AG "Junge Brandschutzhelfer" zurück. Die jugendlichen Mitglieder bleiben unter Anleitung erfahrener Kameraden, bis zur Gründung der Jugendfeuerwehr, der Feuerwehr erhalten.

1990 Mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Sooden- Allendorf wird eine Partnerschaft eingegangen. Durch die Partnerfeuerwehr wurde als Geschenk ein Rettungsaggregat übergeben.

Am 03. Oktober: Wiedervereinigung beider deutscher Staaten.

1991 Am 14. Dezember: Neugründung des Vereins der "Feuerwehrkameradschaft". Der Verein wurde in das Vereinsregister unter der Nummer 206 eingetragen. In den Vorstand werden folgende Kameradinnen bzw. Kameraden gewählt:

Frank Pätz & Fritz Böhme Stellvertretende Vorsitzende

1992 Am 15. Juli, ein Vorausrüstwagen vom Typ ISUZU wird in Dienst gestellt.

Vom 11. - 13. September, Feierlichkeiten anlässlich des 100- jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr.

Am 12. Dezember, Gründung der Jugendfeuerwehr in Bad Frankenhausen mit insgesamt 14 Mitgliedern (12 Jungen, 2 Mädchen).

Am 23. März, Anschaffung einer gebrauchten Drehleiter DL 30 vom Typ W 50.

Am 28. Mai, Erhalt eines Löschfahrzeug LF 16 vom Typ IVECO (Katastrophenschutzfahrzeug). Dieses Fahrzeug wurde durch den Landkreis übergeben.

1994 Am 02. März, einen gebrauchten Opel Kadett als ELW in Dienst gestellt.

Am 19. August tritt Kamd. Barbara Gronwald aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand zurück. Als Jugendfeuerwehrwart wird Kam. Gerd Reuß in den Vorstand gewählt. Kam. Detlef Tölle wird Schriftführer.

1995 Am 22. Dezember, ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug TLF 16 vom Typ Mercedes von der Partnerfeuerwehr Bad Sooden- Allendorf in Dienst gestellt.

Am 05. Februar, Erhalt eines Rüstwagen 1, TYP MAN vom Landratsamt Kyffhäuserkreis.

Am 13. November, Erhalt eines Mannschaftstransportwagens Typ FIAT vom Landratsamt Kyffhäuserkreis.

1998 Am 24. Januar tritt Kam. Fritz Böhme, altersbedingt, aus dem Vorstand zurück. Kam. Detlef Tölle wird zum Stellvertreter gewählt. Kamd. Bärbel Köhler wird zum Schriftführer gewählt.

Infolge der großen Anzahl von Einsatzfahrzeugen sowie auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen sowie aus Platzmangel am alten Gerätehaus, machte sich der Neubau des Gerätehauses erforderlich. Die Finanzierung des Neubaus übernehmen der Freistaat Thüringen, das Landratsamt Kyffhäuserkreis sowie die Stadtverwaltung Bad Frankenhausen. Grundsteinlegung ist am 03. Oktober.

Am 06. November erfolgte die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses am Bachmühlenweg 27. Das Gerätehaus verfügt u.a. über 8 Stellplätze, Atemschutzwerkstatt, Schulungsraum. Die Kosten belaufen sich auf 3238467 DM (1655802 Euro).

Kam. Gerd Reuß tritt auf Grund seines Umzuges als Jugendfeuerwehrwart zurück. Kam. Jens Fischer wird an seiner Stelle in den Vereinsvorstand gewählt.

2001 Kam. Günter Ziesemer muß Alters bedingt, auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen, als Wehrführer zurück treten. Am 10. Februar wurde Kam. Frank Pätz als Wehrführer gewählt. Mit der Wahl zum Wehrführer wird er, laut Vereinssatzung, gleichzeitig Vereinsvorsitzender. Als einziger Stellvertreter wird Kam. Detlef Tölle gewählt.

Am 11. Mai wird Kam. Frank Pätz zum Stadtbrandinspektor und Kam. Volker Böhme als sein Stellvertreter gewählt.

Am 07. Juni wird Kam. Frank Pätz seitens der Stadtverwaltung zum Stadtbrandinspektor berufen und Kam. Günter Ziesemer zum Ehrenstadtbrandinspektor ernannt.

Zum Abschluss des Vereinsjahres besteht die Wehr aus 50 aktiven Mitgliedern, 16 Alters- bzw. Ehrenmitgliedern sowie 15 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr.

2002 Am 10. Januar wird die Satzung des Vereins, neu überarbeitet, beschlossen. Der Mitgliedsbeitrag wird auf 1.- Euro pro Monat festgesetzt. Auf Grund der Satzungsänderung wird ein neuer Vereinsvorstand gewählt:

Am 30. Juni besteht der Verein aus 53 Mitgliedern der Einsatzabteilung (davon 15 Frauen), 14 Mitgliedern der Alters- und Ehrenabteilung (davon 2 Frauen), 16 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr (davon 5 Mädchen) sowie 1 fördernden Mitglied.

- Alle Teile des Feuerlöschwesens von Magirus 1850

- Statut der Stadt Frankenhausen die Feuerwehr betreffend 1868

- Feuerwehr Instruktion der Altstadt Feuerwehr 1874

- Frankenhäuser Zeitung vom 02.08., 17.09., 21.09.1892

- Frankenhäuser Intelligenzblatt vom 10.09. und 22.09.1892

- Adreßbuch der Stadt Frankenhausen von 1906 und 1910

- Satzung der Freiwilligen Feuerwehr zu Frankenhausen 1910

- Archiv für Feuerschutz-, Rettungs- und Feuerlöschwesen 1910

- Thüringische Feuerwehrzeitung aus dem Jahre 1912- 1914

- Sonderbeilage zu Nr. 165 der Frankenhäuser Zeitung 1932

40 Jahre Freiwillige Feuerwehr Bad Frankenhausen

- Vertrag Stadtverwaltung und FFW Bad Frankenhausen 1933

- 60 Jahre Freiwillige Feuerwehr (Kam. Max Grützmacher)

- Brände im alten Frankenhausen (Freiheit 14.04.1956)

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Frankenhausen bedankt sich recht herzlich bei Herrn Dr. Ulrich Hahnemann vom Kreisheimatmuseum in Bad Frankenhausen für die Unterstützung sowie die Bereitstellung der Unterlagen zur Erarbeitung dieser Chronik, beim Thüringer Staatsarchiv in Rudolstadt sowie dem Stadtarchiv in Bad Frankenhausen. Weiteren Dank gilt auch Kam. Detlef Tölle, der diese Chronik in nächtelanger Arbeit erarbeitet und in digitale Form brachte.

Quelle: Chronik „Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr (Bad) Frankenhausen“ (Originaltext der Wehr, Stand 2002). Mit Dank an das Kreisheimatmuseum Bad Frankenhausen für die Unterstützung. Ergänzungen zur jüngeren Geschichte sind jederzeit möglich.
Im Notfall 112 · Feuerwehr & Rettungsdienst · 110 Polizei